Die Wichtigkeit des kleinen Comebacks

Von Marianne Blaschke, Gestaltung: Franziska Martin

Comeback: Laut Duden ist es ein Neubeginn einer Karriere durch erfolgreiches Wiederauftreten nach längerer Pause. Ok. Soweit so gut. Zuerst fallen einem Sportler, Musiker und Politiker ein, aber das sind ja die großen Comebacks von den Leuten, die scheinbar alles richtig gemacht haben. Und an dem Punkt ihres Lebens sind, wo sie ob mit oder ohne Comeback bereits viel erlebt und gemeistert haben. Aber was ist mit uns? Wir leben einfach und schauen dann mal wo uns das Leben so hinführt? Muss denn ein Comeback immer gleich heißen, dass man ein bekannter oder wichtiger Mensch für die Gesellschaft ist? Nein. Denn dann würden wir uns ja, bevor wir zu Jemandem werden können schon degradieren. Also müssen wir selber ran. Na gut. Aber jetzt gleich sofort? Puh… gerade passt mir das nicht so in meine Tagesplanung. Ist doch bestimmt aufwendig und man muss so viel nachdenken – was man jetzt will und wer man ist und… so einfach ist das ja auch nicht zu beantworten, denn… ja warum eigentlich?

Der Zauber der Möglichkeiten

Comeback kann einen ein wenig einschüchtern, weil man an DAS große Ereignis denkt. Aber sicherlich passieren viel häufiger als wir denken, oder zugeben wollen, solche kleinen Momente, in denen wir merken, dass einfach nichts funktioniert oder eben auch,  dass wir manchmal genau an dem richtigen Ort zur richtigen Zeit mit den richtigen Menschen sind. Aber das macht ja nicht gleich ein Comeback aus. Was braucht es also eigentlich dazu? Geben wir uns selber dazu viel zu wenig die Chance, indem wir die kleinen Schritte nicht sehen, sondern dem großen Ganzen hinterherjagen? Damit stehen wir uns dann aber selber im Weg ohne zu wissen, warum es nicht so recht klappen will. Aber gerade die kleinen Dinge können mit Cleverness, Kreativität sowie einer gehörigen Portion Spontanität die richtig guten Dinge im Leben werden – quasi unser eigenes kleines Comeback in welchem Bereich auch immer. Jeder hat individuell seine ganz eigene Meinung dazu und seine eigenen Parameter welche Bereiche oberste Priorität haben. Wir starten vielleicht jeder für sich an jedem Tag aufs Neue eine Art kleines Comeback oder sind auf dem Weg dazu. Oder haben eben zumindest die Möglichkeit. Und genau in der Menge dieser Möglichkeiten liegt der Zauber. Jeder Schritt, der uns näher an unser Ziel bringt. Unser Ziel auf beruflicher Ebene, genauso wie in Ausbildungen oder im Studium, Beziehungen und Freundschaften – ob Abgabetermine einhalten, oder auch alte Freunde wiederfinden oder Liebe neu entfachen. Im alltäglichen Träumen an später machen wir andauernd etwas anders, oder lassen die Routine ihren Lauf – in der Annahme und dem Vorhaben, dass wir es nächstes Mal besser machen – eher anzufangen oder einfach überhaupt erst einmal anzufangen. Man kann ein Comeback nicht einfach so mal nebenbei beschließen und gleichzeitig ist es genau das, was ständig passiert. Der erste Schritt ist, sich überhaupt dazu zu entschließen. Und wenn wir ehrlich sind, scheitert es daran meist schon. Vielleicht, weil wir nicht wissen, was wir eigentlich wollen.

Festhalten und Loslassen

Comeback hat aber auch etwas vom Zurückgehen oder von  Zurückkommen. Wollen wir das überhaupt? Was bringt es, zu etwas oder jemandem zurückzukommen, wenn es in der Vergangenheit einen guten Grund gab, das alles hinter sich zu lassen? Na gut manchmal ist man im Nachhinein schlauer und fragt sich, ob das was gewesen ist, nicht doch ganz passabel war oder zumindest besser als das, was jetzt grad ist. Aber dann würde man ja trotzdem zurückgehen statt weiterzukommen. Comeback ist immer geteilt in etwas aus der Vergangenheit und der Zukunft. Es ist auf jeden Fall immer eine Mischung aus Festhalten und Loslassen und genau das im passenden Moment. Mein Opa hat mir, als ich klein war in mein Poesiealbum geschrieben „ Fürchte dich nicht vor dem Vorwärtsgehen, fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben.“ Um ehrlich zu sein hab ich den Spruch damals anders verstanden als heute – wenn ich ihn überhaupt damals verstanden habe – mit 9 Jahren. Heute verstehe ich es so, dass alle Schritte, die man weiter geht manchmal unglaublichen Mut brauchen – im kleinen wie im großen Sinne. Aber mal ehrlich – der Mut ist nach Tagesform mal mehr, aber auch mal weniger da. Allein der Gedanke, dass man irgendwann mal damit anfängt oder es sich schon fügen wird, genügt uns doch auch oft – eigentlich viel zu oft. Ob das dann wirklich gut ist und uns weiterbringt, sei mal dahin gestellt aber es beruhigt irgendwie  – denn für Mut braucht man Kraft und Kraft aufzubringen ist etwas, das manchmal noch viel schwieriger ist. Vielleicht könnten wir sonst viel öfter kleine Comebacks haben oder zumindest uns dessen bewusst sein, ob das, was gerade passiert, wirklich das ist, was uns ausmacht und was wir wollen. Es ist also nicht so einfach gesagt und dahin gestellt. Vielleicht ist das Stichwort hierbei einfach Durchhalten. An etwas festzuhalten, sich Ziele zu setzen, auch wenn es Kleine sind. Dabei auch immer wieder negative Schritte in Kauf zu nehmen, denn die sind meist die wirklich Wichtigen, auch wenn sie hart sind – gerade weil sie hart sind. Hinter sich selber zu stehen, sich selbst treu zu bleiben und später zu merken, dass es genau diesen einen Moment gab, an dem der erste Schritt zum Comeback begann und man hat es nicht mal gemerkt. Denn ob es wirklich das ist, was es ist und ob es das ist, was es werden sollte, weiß man immer erst hinterher.

 


 

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