Oops I did it again

Text und Illustration: Franziska Martin

Die Schlaghose, Britney Spears, Muhammad Ali und Michael Schumacher: Sie alle haben eins gemeinsam: Alle waren einmal von der öffentlichen Bildfläche verschwunden – was ziemlich fatal für einen Modetrend, einen Künstler oder einen Sportler ist. Und alle haben es nach einiger Zeit wieder zurück ins Rampenlicht geschafft und damit ein sogenanntes Comeback gefeiert. Aber was ist das eigentlich, ein Comeback? Bedeutet es nur, dass eine Person oder eine Sache mit bestimmten Mitteln wieder ins öffentliche Bewusstsein rückt, nachdem für einige Zeit kein Mensch mehr an sie oder ihn dachte? Und was muss geschehen, damit ein Comeback Erfolg hat und es nicht nur beim Versuch bleibt? Liegt es etwa an der gegebenenfalls prominenten Trägerin der Schlaghose, die diese wieder salonfähig macht? Oder liegt es an der gekonnten Imgagearbeit von Unternehmen, die dem Otto-Normalverbraucher klar macht, dass etwas wieder cool ist?

Trends und Comebacks

Bei Comebacks sollte man wohl unterscheiden zwischen Dingen und Personen. Bei der Musik, der Mode oder im Sport fällt in diesem Zusammenhang häufig das Stichwort „Trend“: Etwas ist wieder en vogue und feiert seine Rückkehr in die umkämpfte Öffentlichkeit. Der Hippie-Look mit seinen Fransen und blumigen Oberteilen beispielsweise kommt zuverlässig immer mal wieder in die Zeitschriften und flaniert dort zusammen mit der Latzhose um die Wette. Bei alten Klassikern würde man jedoch nie von einem Trend sprechen, einfach weil sie immer irgendwie da sind. Trends sind also kurzlebig, aber dafür immer wiederkehrend, getreu nach dem Motto „Und täglich grüßt das Murmeltier”. Aber sind Comebacks mit Trends gleichzusetzen? Wohl eher nicht, denn ein Comeback tritt definitiv nicht zuverlässig und in schöner Regelmäßigkeit auf, sondern hat immer auch einen Überraschungseffekt. Zum Beispiel wenn Fußballer oder Sportler nach größeren Verletzungen auf einmal wieder auf dem Platz stehen.

Mut, Durchhaltewillen und Stärke

Gerade beim Comeback von Personen ist auch die emotionale Komponente eines Comebacks von entscheidender Bedeutung- vor allem auch bei Personen: Für meinen Artikel habe ich unterschiedliche Leute gefragt, was sie unter dem Wort „Comeback“ verstehen: Mein Bruder antwortete mir beispielsweise, dass er mit dem Begriff Mut, Durchhaltewillen und Stärke verbindet. Und tatsächlich hätte es Muhammad Ali bestimmt nicht ohne eine Portion Mut und Stärke wieder in den Boxring geschafft, genau wie Britney Spears nach ihrem berühmt-berüchtigten Glatzenausfall zurück in den Pop-Olymp. Bei all diesen Überlegungen sollte man sich außerdem klar machen, dass ein Comeback nicht bedeutet, dass eine Person oder eine Sache ohne jegliche Veränderung zurück ins Bewusstsein rückt. So kommen auch viele Comebacks nicht ohne Veränderungen oder Beiwerk aus. Einfach, weil die Zeit auch nicht spurlos an einer Person oder Sache vorübergegangen ist.

Bunte Mischung

Ein Comeback kann also eine Mischung aus vielen Dingen sein. Zunächst braucht ein Comeback immer etwas, worauf zurückgegriffen werden kann: Sei es auf die frühere Karriere oder bestimmte Besonderheiten, die eine Sache oder eine Person aus der Masse herausstechen lassen. Dann ist eine gehörige Portion an Glück und Timing wohl auch immer mit im Spiel. Manchmal braucht man die richtige Idee oder die richtige Person für ein Comeback, wie zum Beispiel Jonny Cash mit Rick Rubin.  Die richtige Werbung zur richtigen Zeit ist natürlich auch von Vorteil. Aber vor allem braucht ein Comeback auch Durchhaltewillen. Und eine Idee, die noch so klein sein kann, aber trotzdem überzeugend genug ist, dass die schon fast gestorbene Popularität einer Sache oder einer Person wieder zum Leben erweckt wird.

 

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